Rückblick 2020

18. Oktober 2020 Aus Von rwerner

5 Jahre und noch kein Ende in Sicht. Was im 1. Jahr noch undenkbar erschien, führte uns nun zu unserem 5-jährigen Jubiläum, wieder einmal quer durch Sachsen. Wenn wir rückblickend versuchen unsere Gedanken, Erlebnisse und Gefühle zusammenzufassen, so sind wir heute sehr stolz auf das bisher Erreichte.

Bevor wir am 29. August unsere Laufschuhe schnürten, bekamen wir erneut viel Unterstützung in Form von Tipps, Anregungen sowie Spenden, die es uns als neu gegründeter Verein ermöglichten zu wachsen. Unerwartet großzügige Zuwendungen erhielten wir von ansässigen Firmen und Vereinen aus der Lausitz, aus dem Erzgebirge und aus Berlin. Mit artiva von Gunter Seat von Foullon unterstützte uns erstmals überregional, außerhalb Sachsens ein Ausstatter mit absolut professionellen sportlichen T-Shirts und Laufshorts, die uns als Team haben geschlossen und fachmännisch bzw. fachfräulisch auftreten lassen. Unsere Partner aus Weißwasser halten uns seit jeher die Treue. Ein großes DANKE an Falk Herzig, Herr Lysk (NEG mbH), Willms GmbH und Co. KG, Bäckerei Mersiovsky, Lars Heine, Lausitzer Füchse, Mario Pinter vom Fuchsbau sowie Gerd Dominikowski – Bauklempnerei aus Krauschwitz. Unser Dank geht ebenso an Mc Add aus Dessau, von Holger Furmanek, der sich wieder um die Website kümmerte, sowie an die Alte Flugschule aus dem Erzgebirge. Aus Großrückerswalde kamen ebenfalls unsere einwandfrei gelungenen Medaillen, gelasert von Herrn Martin von LaTeBi. Aus Görlitz spendete uns Daniel von Little John Bikes hochwertige Fahrradtaschen und dm Markt versorgte uns mit Pflegeartikeln und Nahrungsergänzungsprodukten, die uns auf der ganzen Strecke energetisch bei Laune hielten. Im Ziel wurden wir schließlich noch von Roy Löser empfangen, der Organisator des 11. Gassenlaufes, welcher trotz Corona einen rundum gelungenen Abschluss bildete. Als Sahnhäubchen begeisterte uns Felix Füger, der den ganzen Gassenlauf als aktiver Teilnehmer auf sich nahm, neben, vor und hinter uns herlief, um uns läuferisch in Szene zu setzen. Daraus entstand ein hochmotivierter, eindrucksvoller Trailer einschließlich eines kurzen Image Films. Respekt! Durch euch alle  lebt dieses Projekt!

Der Starttag verlief sehr entspannt trotz Einschränkungen durch unser Hygienekonzept. GEMEINSAM machten wir uns wieder auf den Weg von Weißwasser nach Niesky mit Zwischenstopp in Weißkeißel, wo sich alle Teilnehmer stärken konnten. Gemütlich beisammen fühlten wir uns trotz Abstandsregeln und das Gegrillte schmeckte vorzüglich. Jeder wurde seiner Leistung gewürdigt und bekam vom Vereinsküken Victoria eine Jubiläumsmedaille überreicht.

Tatkräftigen Zuwachs durch Fahrradbegleitung erhielt das Läuferfeld durch Jennys Eltern sowie Renos Frau und Vater. Auch Jörg Fischers Stiefsohn Florian war eine starke läuferische Zugabe, während sich Jörg selbst den ersten Tag aus gesundheitlichen Gründen noch etwas zurücknehmen musste. Umso mehr freuten wir uns am zweiten Tag, als Jörg nach unserer Ankunft in Löbau mit einem leckeren Abendessen erwartete.

Am 3. Tag erfolgte unsere 1. angesetzte Projektvorstellung in Großschweidnitz. Lutz Hanspach bereitete im Rahmen von Corona extra den großen Saal vor, wo wir von der häuslichen Technik gut profitieren konnten. Die Vorstellung von RUN AND GONE e.V. und das Vermitteln der Idee, welche dahinter steckt, wurde von den Klienten gut aufgenommen. Ein Wiedersehen wird es definitiv im nächsten Jahr geben.

Unser 4. Tag führte uns von Bischofswerda nach Dresden mit Zwischenstopp auf der Entgiftungsstation in Arnsdorf. Dort trafen wir wieder auf neugierige, anfangs eher verhaltene Klienten, die ihren ersten Schritt in ein suchtmittelfreies Leben angehen und im Laufe des Gesprächs zunehmend mitteilsamer wurden. Wir freuten uns sehr über den Verlauf und die auflockernde Atmosphäre. Hochmotiviert begaben wir uns auf unseren 25 km Endspurt mit Ziel bei den Radebeuler Sozialprojekten (RASOP) in Dresden.

RASOPs engagierte Mitarbeiter gaben sich wie jedes Jahr größte Mühe, um uns einen herzlichen Empfang sowie ein gesundes, genussvolles Frühstück zu bereiten. Auch die ehemals konsumierenden Jugendlichen aus den Wohngruppen warteten schon neugierig auf uns und beteiligten sich am Ende reger als erwartet. Auch läuferisch waren sie stark vertreten und meisterten 10 Kilometer, ohne sich vorher bewusst vorbereitet zu haben. Die Kooperation mit RASOP ist für uns immer ein Genuss und eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Beim Bergfest angelangt begann mit jedem Schritt unser Bewusstsein mehr und mehr festzustellen, dass in Zukunft Veränderungen anstehen. Stehenbleiben möchten wir definitiv nicht. Erste Ideen über eine geänderte Streckenführung wurden gesammelt und die Entscheidung steht fest: Nächstes Jahr gibt es etwas Neues! RUN AND GONE e.V. könnte die sportlich-suchtpräventive Weltherrschaft an sich reißen – so zumindest unser heimliches Träumchen.

Die letzten Kilometer ins Erzgebirge vergingen wie im Flug. Einige Klienten der Alten Flugschule in Großrückerswalde beteiligten sich läuferisch auf den letzten ca. zehn Kilometern. Auch unsere beiden guten Freunde Jörg Leschke und Dirk Kerber, welche uns bereits in den vergangenen Jahren begleiteten, bahnten sich mit uns GEMEINSAM den Weg zum Ziel. Alle Mitläufer verdienen höchste Anerkennung für jeden Kilometer, den sie mit uns schruppten. Respekt gezollt wird auch Jedem, der seine eigenen Grenzen wahrnimmt und im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen trifft. Denn letztere treffen wir für die Familie, für unsere Freunde und für uns selbst! Auch wenn so manche Entscheidung schmerzt, so gibt es doch immer einen positiven Aspekt.

Am letzten Tag stand wieder einmal der anspruchsvolle Gassenlauf von 10 km auf dem Laufprogramm. Wie immer ein tolles Erlebnis sowie ehrenwerter Abschluss! Ein geniales Gefühl! Am Samstag folgte noch eine letzte Gesprächsrunde im Haus Rittergut der Alten Flugschule mit den dort lebenden Klienten. Auch hier erfuhren wir eine lebhafte Diskussion mit einer durchaus überraschender Themenentwicklung. DANKE, dass wir bei euch sein durften! Vielleicht konntet ihr eine Idee entwickeln, wie es anders sein und besser laufen kann, wenn man den schweren Absprung geschafft hat.

Unser Ziel ist es mit Menschen, ob suchtkrank oder nicht, ins Gespräch zu kommen und Vorurteile über Suchtkrankheit und Konsumverhalten abzubauen. Wir möchten in der Gesellschaft mit diesem Projekt unseren Beitrag leisten.

Eifrig planen wir bereits unsere nächsten Schritte und den damit verbundenen Projekteinsatz im kommenden Jahr. Gespannt wie Flitzebögen erwarten wir die sich eintrudelnden Umgestaltungen.