Rückblick 2018

26. September 2018 Aus Von rwerner

Dieses Jahr war ein besonderes Jahr und wir blicken stolz zurück auf die Erlebnisse und auf das, was entstand. Sei es die wiederholte Zusammenarbeit mit allen Sponsoren, die sich festigte und wieder große Symbolkraft hatte, oder war es der gemeinsame Lauf auf dem Weg nach Weißkeißel, um das traditionelle Ritual zu zelebrieren.

Über Susann Walther wurde ein Kontakt nach Dessau hergestellt. Dort lernten wir Holger Furmanek kennen. Er leitet dort McAdd, eine Internet- und Werbeagentur. Gemeinsam brachten wir einen Meilenstein ins Rollen und glänzten kurz vor dem Start mit einer eigenen Website, plus Countdown. Diese wurde mit Holgers Hilfe zu einer sehr persönlichen Internetseite. Sie lädt zum Verweilen ein, lässt sich blättern wie ein Buch und gibt detaillierte Einblicke in unser Projekt.

Mit all diesen im Vorfeld entstandenen Inspirationen machten wir uns auf den Weg. Der war nicht immer derselbe und gerade deshalb blieb der Charme der Marathonreise erhalten. Wir mussten flexibel agieren, wenn sich der Plan kurz vorher änderte.

Der Besuch, in der Entgiftungsstation in Großschweidnitz, war für uns ein großer Erfolg. Es folgten sehr gute Gespräche mit einem regen Austausch. Wir freuen uns schon auf den Besuch im nächsten Jahr. Auch in Arnsdorf wurden wir sehr freundlich empfangen und kamen mit einigen Beteiligten ins Gespräch. Neben unserer persönlichen Vorstellung gab es einen kurzen Exkurs in das Projekt RUN AND GONE. Am Mittwoch, dem 5. September 2018, begaben wir uns zum Radebeuler Sozialprojekt (RASOP). Wir waren erstaunt, wie viel Mühe und Gedanken sich das Team vor unserer Ankunft gemacht hatte. Auch hier gab es ein herzliches Willkommen und im Anschluss begleiteten uns freiwillige Jugendliche und Pädagogen auf dem Weg. Die gemeinsame Strecke führte uns bis nach Freital und es war für alle ein besonderer Tag. Denn zum einen trauten sich alle Jugendlichen und Angestellten zu, sich mit uns auf den Weg zu machen. Unsere gemeinsamen Aktivitäten wurden zur vollsten Zufriedenheit moderiert, auch deshalb war es für alle eine überaus inspirierende Begegnung. Reno traf nach vielen Jahren einen ehemaligen Betreuer wieder, der ihn eine Zeit lang auf einem seiner neuen Wege, aus der Sucht, begleitet hatte.

Die entstandenen Kontakte und unsere Präventionsarbeit möchten wir noch weiter ausbauen, so unsere Gedanken im Nachgang. Darüber hinaus genossen wir viele schöne Momente mit Menschen, die uns begleiteten.

Von Arnsdorf bis nach Dresden war Hartmut Kohn an unserer Seite. Er ist selbst ein leidenschaftlicher Läufer und hat einen Ultralauf ins Leben gerufen. Wir hatten uns viel zu erzählen und bekamen einen tieferen Einblick, was ein Läuferherz höherschlagen lässt.  Ein kraftgebender Moment war zudem, als wir eine Frau am Wegesrand trafen, die gerade ihren Hund ausführte. Sie erzählte uns von all ihren Marathonläufen in anderen Großstädten (Berlin, New York usw.), warum das Laufen für sie wichtig ist und was es ihr gibt. Schließlich begleitete sie uns ein Stück. Beeindruckend war, dass sie in Absatzschuhen lief und ein beachtliches Tempo vorlegte.

Danach stieß Jörg Leschke am Tharandter Bahnhof zu uns und leitete den Perspektivwechsel ein. Er war einst Renos Suchttherapeut während seiner Langzeittherapie in Großrückerswalde. Damals saßen die beiden auf völlig verschiedenen Stühlen. Wer hätte gedacht, dass sie sich einmal zusammen ein Zimmer teilen würden. Aus einem ehemaligen Therapeuten-, Klienten Verhältnis entstanden zwei Sportfreunde auf Augenhöhe. Jörg begleitete unterstützend Roberto, Jörg und Reno auf dem Weg und auch symbolisch, um Altes hinter sich zu lassen und neu anzusetzen. Jörg lief mit uns zwei Etappen und wir verbrachten viele schöne Stunden. Am Ende der vorletzten Etappe erreichten wir alle zusammen Pockau und waren sehr glücklich über dieses gemeinsam geschaffte Teilziel.

Wie auch zu Reisebeginn regnete es am letzten Tag. Doch wir empfanden diesen Umstand nicht als demotivierend, weil wir wussten, dass im Leben auch nicht immer die Sonne scheint. Mit einem klaren Ziel vor Augen absolvierten wir die letzten Kilometer bis nach Marienberg. Seit Freiberg begleitete uns Frank Reinhold-Schönherr auf dem Motorroller und dokumentierte die beiden letzten Etappen mit dem Fotoapparat. Sein Engagement für dieses Projekt und der Einsatz in den sozialen Netzwerken waren phänomenal!

Der Empfang im Haus Rittergut der Alten Flugschule war, wie die Jahre zuvor, herzergreifend und wir bekamen einen schönen Pokal überreicht. Zuvor liefen wir am Flugschulberg vorbei. Viele Klienten standen am Wegesrand, um uns auf den letzten Metern Kraft zu geben.

Am Abend wurden wir herzlich von Roy Löser in Empfang genommen. Wir bekamen auf der Bühne kurz Zeit, um unser Projekt vorzustellen. Viele Menschen waren sichtlich gerührt von diesem kurzen Augenblick und wir erhielten viel Applaus. Doch zuvor begaben wir uns zusammen mit den Klienten der Alten Flugschule auf ein schönes Berg- und Tal-Lauferlebnis. Durch die Großrückerswalder Gassen und zahlreiche Fanmeilen der Dorfbewohner schlängelte sich der Weg nach oben. Die Gassen waren wieder wunderschön herausgeputzt und die Unterstützung der Menschen pushte ungemein. Es war ein anstrengender, aber schöner Abschluss und die perfekte Abrundung unserer Woche.

Am Samstag dann dieser feierliche Moment, beim Ehemaligentreffen, in der Kirche! Wir wussten, dass wir uns diesen Ring verdient hatten. Einmalig und als Zeichen der Anerkennung nahm ihn Jörg Fischer in Empfang. Die letzten Jahre lebte er abstinent und arbeitete mit Leidenschaft am Projekt mit. Reno Werner erhielt seinen Ring nach vielen Jahren, in denen er Höhen und Tiefen durchlebt hatte. Für ihn war diese Zeit vergleichbar mit der Mammutstrecke, wie sie RUN AND GONE ist.

Was die Flugschule Jahr für Jahr auf die Beine stellt, ist unübertrefflich.

RUN AND GONE war 2018 überwältigend und die damit verbundenen starken Emotionen kaum zu beschreiben.