Rückblick 2019

9. Oktober 2019 Aus Von rwerner

Bereits zum 4. Male haben wir uns nun schon von der Oberlausitz bis ins Erzgebirge durchgekämpft und das war sicherlich nicht das letzte Mal. Was 2016 als aufkeimendes Sandkorn geboren wurde, hat sich mittlerweile zu einem routinierten Sandsturm entwickelt, um fortan als Rettungsanker Wurzeln zu schlagen. So wuchs in den letzten Jahren ein Projekt heran, mit dem wir immer mehr aufgeschlossene Menschen erreichen konnten.

Renos Frau Izabela gestaltete vor dem Start ein neues Bild für unsere Internetseite, insbesondere im Andenken an jemanden, dessen Geschichte uns sehr bewegte. Unser Nachtwächter, wie er liebevoll von allen genannt wird, ist dieses Jahr leider viel zu früh von uns gegangen. Frank konnte uns dieses Jahr leider nicht mehr mit seinem Motorroller begleiten. Stattdessen wachte er stets über den Wolken über uns.

Bevor wir an den Start gingen, arbeiteten wir im Hintergrund fleißig an der Gründung eines gemeinnützigen Vereins. Mit diesem Verein möchten wir unsere Öffentlichkeitsarbeit professionalisieren, um nach außen hin besser agieren zu können. Dabei soll die Präventionsarbeit immer mehr in den Vordergrund rücken. Leider funktionierte es nicht vor dem Start, da es mit den Behörden wie mit manchen Erfahrungen im Leben ist. Manche Steine werden beseitigt und dafür liegen neue vor einem.

Alle Planungen waren getätigt und so trafen wir uns beim Start zusammen ein. Eine richtig kleine Familie. Viele Familien mit Kindern, Profis und Nachwuchsspieler vom Eishockeysport Weißwasser, Mario Pinter vom Fuchsbau, Lars Heine von Werbung Heine, Mitarbeiter von Herzig & Partner, der Geschäftsführer Falk Herzig und viele Freunde und Verwandte starteten mit uns zusammen auf die ersten Kilometer. In Weißkeißel kamen alle gut und ausgepowert an. Zusammen brachen wir wieder einen Rekord, den für Zusammenhalt. Überall konnte man entspannte Gespräche vernehmen und in viele glückliche Gesichter blicken.

Nun ging es auf zu den nächsten Etappen, wo wir bereits in Weißkeißel von allen Anwesenden für unser weiteres Gelingen angespornt wurden. Ab hier ging es für uns nicht wie in den vergangenen Jahren zu dritt weiter, sondern zu viert. Denn RUN AND GONE hat Zuwachs bekommen. Robertos Partnerin Jenny Sauer begleitete uns auf den Etappen bis Freiberg und scheute nicht davor längere Strecken zu laufen.

Unser nächstes Ziel lautete Niesky, wo wir der Einladung zur Teilnahme am 6. Holzhauslauf über 10 Kilometer nachkamen. Nach einem Stündchen Verschnaufpause ging es im gewohnten Laufschritt weiter nach Löbau. Die Kilometer purzelten und im Vergleich zu den vergangenen Jahren kamen uns die Teilabschnitte immer kürzer vor, was wohl an unserem Tempo lag. Unsere Füße wussten genau, was sie taten.

Unser Besuch am nächsten Tag in der Entgiftungsstation Großschweidnitz war der erste Stopp bei Menschen, die sich entschieden haben, der Sucht den Kampf anzusagen. Es folgte ein interessanter Gedanken- u. Erfahrungsaustausch, während das Gespräch von Therapeut Herr Hanspach moderiert wurde. Mit unseren gewonnenen Eindrücken über so manch starke Leistung verschiedener Klienten machten wir uns hochmotiviert auf den weiteren Weg nach Bischofswerda. Zum fünfjährigen Jubiläum nächstes Jahr kommen wir sicher wieder!

Auf unserer darauffolgenden Etappe von Bischofswerda nach Dresden machten wir auf der Station B3/1 im Fachkrankenhaus Arnsdorf Halt, um dieses Mal eine weitaus angeregtere Gesprächsrunde als in den vergangenen Jahren zu eröffnen. Abermals stellten wir unser heißgeliebtes Projekt vor, ließen sogar ein mit Musik hinterlegtes RUN AND GONE Video abspielen und stellten uns den kunterbunten Fragen der Patienten. Bis zum nächsten Jahr!

In Dresden durften wir unser Nachtlager beim Radebeuler Sozialprojekt (RASOP) aufschlagen, wo wir gleich am nächsten Morgen von allen Mitarbeitern zum gemeinsamen Brunch eingeladen wurden, was sehr gemütlich und erholsam war. Anschließend trafen wir uns mit einer großen Gruppe Jugendlicher aus verschiedenen Wohngruppen, welche uns teils mit herausfordernden Fragen löcherten. Anschließend mobilisierten wir die Mehrheit der Teilnehmer zum gemeinsamen Laufen auf dem Elberadweg. Nach ca. 6 km trennten sich unsere Wege und wir zogen weiter Richtung Freiberg. Auch die Presse, vertreten durch Frau Trache, begleitete uns von Anfang bis Ende und schrieb einen großartigen Artikel mit tiefen Einblicken zu unserem Projekt. Die gesamte Organisation sowie der Meinungsaustausch mit sämtlichen Beteiligten war absolut gelungen, nicht zuletzt durch das uns vermittelte Gefühl von Herzlichkeit seitens der Mitarbeiter. Ein großer Dank geht dabei an Friedericke und Nico! Gerne kommen wir 2020 wieder!

Auf den letzten beiden Etappen von Freiberg nach Pockau und weiter nach Großrückerswalde wurden wir von zwei ehemaligen Therapeuten begleitet. Jörg Leschke und Dirk Kerber waren eine enorme Bereicherung und begegneten uns auf Augenhöhe. Gemeinsam genossen wir die Zeit mit intensiven Gesprächen. Die mittlerweile sehr etablierte Verbindung mit der Flugschule Großrückerswalde ist für uns eine Art Bündnis, welche sich kaum in Worte fassen lässt. Wir sind sehr dankbar für die Kooperation, welche wir als Geschenk empfinden. In Pockau kochten wir abends gehaltvoll, denn Fett ist ein Geschmacksträger und versorgte uns mit der benötigten Energie für unsere letzte und zugleich sehr anspruchsvolle Abschlussetappe.

In Großrückerswalde überglücklich angekommen folgte als krönender Abschluss der für uns legendäre Gassenlauf, welcher sein zehntes Jubiläum feierte. Erstmalig wurde die Distanz von neun auf zehn Kilometer verlängert, um offiziell beim Westsachsen Laufcup vertreten zu sein und somit noch mehr Teilnehmer überregional zu erreichen. Den gesamten Abend erlebten wir als wegweisendes und wie immer sehr prägendes Ereignis! Wir fühlen uns hier wirklich willkommen und genießen die Herzlichkeit der Menschen sowie die überwältigende Atmosphäre.

Am folgenden Tag wurde das Gassenlauf Jubiläum von den Organisatoren noch einmal gebührend gefeiert. Dabei wurde Roberto als Vertretung von RUN AND GONE eingeladen, um allen Anwesenden einen Einblick in unser Projekt zu gewähren. Wir freuen uns auf unsere Teilnahme am Gassenlauf im nächsten Jahr, wo wir unser fünftes Jubiläum gemeinsam mit allen Wegbegleitern „belaufen“ wollen.

Zum Ende des Jahres 2019 wurden wir schließlich als eingetragener Verein e.V. registriert und konnten somit eine neue Ebene erreichen. Mit Vorfreude blicken wir nun gespannt auf die bevorstehende Aufgaben und die Weiterentwicklung des Vereins.